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Geschichte

Kamień Sląski liegt in der Gemeinde Gogolin im Kreis Krapkowice, im Dreieck zwischen Opole (etwa 24 km) - der Hauptstadt der Woiwodschaft, Strzelce Opolskie (etwa 15 km) und Góra św. Anny (etwa 11km). Die Ortschaft hat eine reiche historsiche und kulturelle Tradition. Sie blickt auf eine 900 jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1104 hielt sich hier der Fürst Boleslaus Schiefmündige mit seinem Heer auf, der von hier aus den Wiederaufbau vom verbrannten Cosel beaufsichtigte. Im Mittelalter hinterließ hier das Geschlecht von Odrowąż seine Spuren, aus dem der heilige Hyazinth, die selige Bronislawa und der selige Ceslaus stammten.

Das Geschlecht von Odrowąż aus Kamień, aus dem der heilige Hyazinth stammte, starb im 16. Jahrhundert aus, infolgedessen Kamień mit seiner Umgebung wechslete oft seinen Besitzer. Im Jahr 1361 war es im Besitz vom Ritter Tomasz aus Kamień. 1591 kaufte es Mikołaj Strzała. In den Jahren 1595-1603 gehörte es Nikolaus von Rokowsky (+1632 ). Sein Sohn Peter verkaufte es um 1656 an den Grafen Wenzel von Kaldenborn, der die Rechte über Kamień im Jahr 1660 an Balthasar von Larisch (1687-1703) übergab. Von ihm erbte Kamień sein Sohn BalthasarLudiwk, der auch das Patronat über der Kirche in Kamień hatte. Die Witwe nach Balthasar Ludiwk von Larisch - Gräfin  Magdalena Engelburg-Kotulińska-Kryszkowitz (1705-1751) übergab die Güter in Kamień ihrem Sohn Karol Ludwik Hyazinth von Larisch (1751-1779). Karol Ludwik heiratete 1771 die Gräfin Sophie von Strachwitz (1779-1799) aus Kalinow. Die Ehe blieb kinderlos.  Im Jahr 1779 starb Karol Ludwik von Larisch im Alter von 79 Jahren. Er wurde in der Kirche von Kamień beigesetzt. Mit seinem Tod endete die Herrschaft des Geschlechts von Larisch in Kamień. Sophie, die Witwe nach Ludwik (+1799) hinterließ im Testament aus dem Jahr 1793 der Pfarrkirche von Kamień 500 Taler für heilige Messen, seinem Bruder dem Diakon Ernst das übrige Vermögen, ihrem Neffen Ernst den Ort Zakrzów. Nach dem Tod des Prälaten Ernst von Strachwitz, der gelichzeitig in den Jahren 1799-1808 der Verwalter und Besitzer von Gütern in Kamień war, ging das Schloss im Jahr 1808 auf Hyazinth von Strachwitz (1808-1843) über.    

Seit dieser Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb das Schloss in den Händen von Strachwitz. Am 22. Januar 1945 kam nach Kamień die sowjetische Armee. Im Schloss wurde ein Militärkrankenhaus eingerichtet. Der Verwalter wurde ermordert in der Überzeugung, er sei der Besitzer. Im März nachdem die Einwohner aus der Vertreibung zurückgekehrt waren, trafen sie Verwüstungen an. Das Schloss blieb, aber es wurde ausgeplündert und die Kapelle ausgebrannt. Für immer gingen die wertvollen Sehenswürdigkeiten und Andenken an den hl. Hyazinth verschollen.

Nach dem Krieg wurde das Schloss als deutsches Gut verstaatlicht. Es wurde hier ein Kinderheim eingerichtet. In den 50er Jahren wurde hier der nah gelegene Flughafen ausgebaut. Aus dem Schloss wurden deshalb die Kinder evakuiert und das Schloss zu einem militärischen Objekt geändert. Man muss unterstreichen, dass das Schloss nicht infolge von Kriegshandlungen zerstört wurde. Nach dem Krieg waren die Schlossräume komplett eingerichtet. Leider führte es die sowjetische Armee zur Ruine. Im Mai 1970 wurde das Schloss wahrscheinlich in Brand gesetzt. Es ist fast alles samt Dach verbarnnt worden. In den nächsten zwanzig Jahren wurde der Rest ausgeplündert.

In den 80er Jahren des 20 Jhs. kam ein Hoffnungsschimmer für das Schloss. Es wurden Versuche unternommen das Schloss aufzubauen. Man begann nach einem Investor und einem Käufer zu suchen. Da es so große Zerstörungen gab, niemand nahm die Renovierung auf sich. Den Kauf des Schlosses schlug man der Oppelner Diözese vor, worauf der Oppelner Bischof Alfons Nossol sehr positiv reagierte. Noch im Jahr 1990 wurden alle Formalitäten mit Kaufrechten erledigt. Gleich begann man mit dem Wiederaufbau. Die Arbeiten leitete Kaplan Dr. Albert Glaeser. Sie dauerten etwa vier Jahren an. Es ist gelungen die  Architektur des historischen Schlosses rekonstruiert.

Vollständig wurde der zerstörte Turm wiederaufgebaut, die Kapelle restauriert, die Wirtschaftsgebäuden renoviert, die für ein Touristik- und Erholungszentrum ausgebaut wurden. Es ist gelungen den völlig zerstörten Ballsaal in seinem ursprünglichen Stil zu restaurieren. Dank dieser Arbeiten wurde ein wertvoller Schatz des kulturellen Erbes im Oppelner Schlesien gerettet. Die Einweihung der Kapelle des hl. Hyazinth und des Schlosses fand am 14. August 1994 statt. Zu den Feierlichkeiten unter der Leitung von Kard. Joachim Meissner aus Köln kamen alle Bischöfe der oberschlesischen Metropole, Nachkommen von Strachwitz, Vertreter der Woiwodschaftsregierung, viele geladene Gäste und tausende Besucher.       

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